Dienstag, 19. Juli 2005

Surfen

Surfen ist eine der schwierigsten Sportarten, die ich kenne. Es ist extrem teuer, zeitaufwendig und frustrierend, da man praktisch immer zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Das Leben eines Surfers ist voll von Mühen, Schmerzen und Enttäuschungen. Für alle diejenigen, die von diesem Vergnügen bisher verschont geblieben sind, gibt es hier eine kurze Einführung.
1. Vorbereitung
Ein guter Surftag steht und fällt mit der Vorbereitung. Deshalb ist es wichtig, bereits Tage vorher stundenlang alle verfügbaren Wetter- und Windseiten im Internet zu konsultieren und immer wieder genau zu vergleichen. Es gibt bei den Vorhersagen große Unterschiede, die genau kalkuliert werden müssen. Profis informieren sich auch gerne in speziellen Surfzeitungen (mit völlig neuer Sprache + sehr kreativer Grammatik!!), die mit großartigen Fotos von todesmutigen Surfern in hochhausgroßen Wellen bestechen. Gerne bespricht man sich im Vorfeld auch mit Schicksalsgenossen; seine Ernsthaftigkeit beweist man dabei durch die Verwendung der oben erwähnten Surfer-Sprache (ein Statussymbol, das die feste Zugehörigkeit zur Gruppe zeigt!).
2. Durchführung
Surfer stehen sehr früh auf, oft vor fünf Uhr morgens, besonders an den Wochenenden. In diesem Fall ist es zwar hilfreich, das Auto bereits am Vorabend zu packen, falls das jedoch nicht möglich war, steigert das Beladen das Wagens am Sonntagmorgen um halb fünf auf jeden Fall die Vorfreude. Hat man endlich alles komplett im Auto (man benötigt sehr viele Teile, die Gefahr, dabei etwas zu vergessen, ist hoch!), geht es los.
3. Surfen! Endlich!
Am See angekommen, herrscht dort bereits geschäftiges Treiben, da es alle anderen geschafft haben, wieder früher als man selbst da zu sein...
Als erstes geht man nun zum Ufer, um Wasser und Wind zu begutachten. Während dieses Rituals gehört es zum guten Ton, sich mit den anderen anwesenden Surfern auszutauschen. Wie war/ist der Wind heute, gestern, vorgestern? Hier bekommt in der Regel die Information, dass der Wind normalerweise viel stärker ist als jetzt, ja selbst heute Morgen(!)war es viel, viel besser... Hier ist auch der richtige Platz, um sich über Fragen des Equipments zu unterhalten. Leider stellt man dabei oft fest, dass alle anderen bessere Bretter und Segel und außerdem auch so nützliche Dinge wie Windmesser und Surfschuhe besitzen....
Nachdem man nun einige Zeit kritisch auf den See gestarrt hat, wird es Zeit, aktiv zu werden. Nach meinen Beobachtungen dauert es ca. 20 bis 30 Minuten, bis alles fertig aufgebaut ist (falls nicht die Abwesenheit eines klitzkleinen, aber höchst wichtigen Teils alle Anstrengungen zunichte macht!). Nun muss man bloß noch in den Neoprenanzug steigen, Segel und Brett barfuß über Schotterwege zum Ufer tragen und schon kann es losgehen....
Was folgt, sieht schwierig, anstrengend und oft recht schmerzhaft aus. Das Wasser ist kalt, man fällt aber immer wieder rein, muss ein ganzes Stück schwimmen oder auf den Wind warten, anderen Surfern ausweichen (klappt nicht immer).
4. Abbau und Nachbereitung
Hat man nach einer Weile auf dem Wasser eingesehen, dass der Wind nicht ausreicht und sich keine Besserung abzeichnet, verläßt man frustriert den See. Manchmal ist man gezwungen, ein größeres oder kleineres Stück schwimmend zurückzulegen und Brett und Segel dabei hinter sich herzuziehen, was den Grad der Frustration natürlich weiter erhöht... Wieder auf dem Festland starrt man noch eine Weile enttäuscht zum Wasser und den übrigen Surfern darauf... (Was haben die, was machen die bloß anders als ich?) Erst danach geht es endgültig ans Abbauen (dauert noch länger als der Aufbau, vieles muß ja erst trocknen!) und Abfahren.
Wieder zu Hause angekommen, ist es wichtig, sofort im Internet zu schauen, wo es heute den besseren Wind und das schönere Wetter gab, schließlich beginnt in diesem Moment die Vorbereitung auf den nächsten, noch besseren Surftag...

Kommentare:

KingJaro hat gesagt…

haha das hört sich ganz nach Flo am See an :D

Sauber !

Eduardo hat gesagt…

Ciao amici, sono brasiliano e voglio partire a Italia in questo ano , in Ottobre.
Cerco amici per visitare a treviso e nom parlo bene italiano.
Puoi informare come stai la fila della questura di Treviso, se é molto longana.
Cordilali Saluti

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