Montag, 19. September 2005

Kroatien!!

Etwas plötzlich kam am Samstag Herrn Rossis Entschluss zu einem Surfausflug; ebenso plötzlich brachen wir dann auch um 13.30 Uhr nach Pula, Kroatien auf. Bereits um 16.00 Uhr passierten wir die slovenisch-kroatische Grenze, wurden einfach durchgewunken, keine Kontrollen, es gab nicht einmal einen Stempel in den Pass. (Anmerkung: Slovenien ist schon Mitglied der EU, Kroatien aber noch nicht)
Kroatien sieht sehr grün aus, wahrscheinlich hat es auch hier in diesem Sommer viel geregnet, ansonsten gibt es rechts und links der Straße fast nur noch Wald, wenige Orte, wenige Felder, kaum noch Wein und vor allem keine Industrieanlagen und Einkaufscenter mehr. Auch eine Erholung für die Augen...
Dann tauchten die ersten Schwierigkeiten auf, eine Mautstation kam in Sicht, und uns wurde klar, dass wir kein einziges Wort der Landessprache können und auch keine kroatischen ..... Dinger haben (Wie heißt hier bloß das Geld? Ich müßte es ja eigentlich wissen....) Aber kein Problem, die junge Frau sprach deutsch, natürlich konnte man in Euro zahlen und wir wurden mit einem freundlichen 'Voila' verabschiedet. Die Straße war übrigens eine gewöhnliche Landstraße, die aber ungewöhnliche zwei Euro kostete.
In Premantura, südlich von Pula mieteten wir ein Zimmer, es war einfach, aber freundlich und sauber und bot den Vorzug einer Satellitenanlage mit 600 internationalen Kanälen! Ich entdeckte deutsche Kanäle, von deren Existenz ich nicht einmal etwas ahnte....


Premantura, von Fenster aus

Mit der Dunkelheit kam ein heftiges Gewitter auf und wir beschlossen, im Hotel zu bleiben und dort zu Abend zu essen. Das Essen war einfach und gut, billig schien es auch zu sein, aber so genau wußten wir es nicht, denn die Karte zeigte die Preise nur in der Landeswährung... Der Kellner sprach sehr gut deutsch und war außerordentlich guter Laune, was uns anfangs etwas irritierte, aber es hatte offensichtlich nichts mit uns zu tun. Schließlich führte er uns sogar nach dem Essen ein Shakira-Video auf seinem neuen Handy vor...
Beim Frühstück am Sonntagmorgen versprühte der Speisesaal seinen sozialistischen Charme...



..aber alles war liebevoll gemacht und das Rauchen ausdrücklich erlaubt...



Wir verließen das Hotel erst gegen elf; der Regen wollte einfach nicht aufhören. An der Zufahrt zum Strand liegt der Campingplatz Stupice, hier muss man leider auch für die Durchfahrt zahlen und zwar diesmal nicht in Euro. Nachdem Herr Rossi zehn Euro getauscht hatte und wir die hübschen Scheine in der Hand hielten, erschloss sich endlich auch der Name; die großen Dinger heißen Kuna, die kleinen Lipa!


Am Strand fand übrigens gerade ein Orkan mit acht bis neun Windstärken statt....

Eiseskälte, heftiger Regen, der Wind ließ das Auto und die umstehenden Wohnmobile ununterbrochen schaukeln, selbst die Möven kamen gegen diesen Wind nicht an und wurden immer wieder abgetrieben. Was für ein Wahnsinn!! Kein normaler Mensch würde bei so einem Wetter auch nur das Haus verlassen; mir allerdings wurde auferlegt, das ganze Abenteuer in bunten Bildern zu dokumentieren...
Indes war Herr Rossi nicht der Einzige (Verrückte?), der sich aufs Wasser traute (ich fürchte, ich verinnerliche langsam die besagte Sprache!), mehrere andere Surfer sprangen durch die Wellen und trotzten dem Wetter.
Es sah übrigens recht schwierig aus, das ganze Zeug bei neun Beaufort aufzubauen und zum Wasser zu tragen. Irgendwie tat er mir leid...

Erste Lagebesprechung






Bereits nach ein paar Schlägen (original Surfersprache) kam Herr Rossi zurück, ebenso wie die meisten anderen musste er die Segel streichen, denn der Wind und vor allem der Regen legten noch einmal zu, unter solchen Umständen kann man nicht mehr surfen...
Ich war froh, die ganze Sache mutete mir doch gefährlich an. Nach dem Abbau blieben wir noch ein bißchen, beobachteten die drei letzten wirklich Verrückten auf dem Wasser, bevor wir aufbrachen und gegen sieben, immernoch verfolgt von Regen und Wind, wieder zu Hause ankamen.

1 Kommentar:

M. hat gesagt…

Das Pseudonym "Herr Rossi" provoziert bei mir stets Heiterkeit. Anfangs sogar gepaart mit einer Lachträne. Gutes Blog, Lese gern, Danke!

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